Deutsche Flugsicherung
Neues Analysesystem für Echtzeitsimulationen
HMS unterstützte die Deutsche Flugsicherung bei der Auswertung von Flugsicherungssimulationen
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Der Kunde
Die DFS Deutsche Flugsicherung GmbH (DFS) wurde 1993 gegründet als Nachfolger der Bundesanstalt für Flugsicherung und verantwortet die Flugverkehrskontrolle in Deutschland. Unter dem Dach der DFS sind 6 Geschäftsbereiche beheimatet, die Dienstleistungen von der Flugsicherung, Streckenkontrolle bis hin zum Luftfahrtdatenmanagement anbieten. Über 5.400 Mitarbeiter, davon ein Drittel Fluglotsen, kontrollieren jährlich etwa 2,6 Mio. Flugbewegungen, das sind mehr als 8.000 Flugzeuge pro Tag. Damit gehört der Luftraum über Deutschland zu den verkehrsreichsten der Welt. Insgesamt ist die DFS bundesweit an 17 internationalen und regionalen Flughäfen vertreten.
Seit 1999 verbindet die HMS Analytical Software GmbH (HMS) eine erfolgreiche Geschäftsbeziehung mit der Deutschen Flugsicherung. HMS unterstützt die DFS dabei als Berater, Softwareentwickler und Trainer.
Die Aufgabe
Die HMS Analytical Software (HMS) hat die Forschungs- und Entwicklungsabteilung der Deutschen Flugsicherung in Langen bei der Entwicklung eines umfassenden Analysesystems für den Advanced Function Simulator (AFS) unterstützt.
Im Advanced Function Simulator werden neue Technologien und Arbeitsverfahren der Flugsicherung überprüft. Ziel ist es, bei zunehmendem Luftverkehr die Flugzeiten zu verkürzen, die Kosteneffizienz zu steigern und den Service der DFS zu verbessern
, erläutert DFS-Projektleiter Stefan Tenoort. Dazu seien immer mehr komplexe Echtzeitsimulationen erforderlich. Um die Informationen möglichst umfassend auswerten zu können, wurde entschieden, zusammen mit der HMS das bestehende Analysewerkzeug auszubauen.
Die Lösung
Das neue System beruht auf einem Datenmodell, das die Informationen aus dem AFS ordnet. Dafür wurde das Tool ERWin von Platinum Technology verwendet. HMS-Geschäftsführer Andreas Mangold:
Eine Herausforderung war dabei, die Komplexität der Daten zu verstehen, die der Simulator liefert. Insgesamt sind 132 Tabellen mit 733 Spalten entstanden. Das Modell umfasst geographische Daten, beispielsweise Flughäfen, Navigationspunkte, Routen, Sektorinformationen, außerdem dynamische Informationen, unter anderem Überflugzeiten über Navigationspunkte, Abflugzeiten, Anflugzeiten, genaue Position von Flugzeugen über die Zeit sowie Konflikte.
Die Informationen aus dem Datenmodell werden direkt in die
SAS-Programme übernommen, damit sie nicht erneut eingegeben werden müssen. Das neue Analysewerkzeug entwirft daraus sowohl Standard Reports als auch komplexe Berichte.
Einige Beispiele für Standard Reports:
- Sektorlastuntersuchungen stellen die Anzahl der Flugzeuge fest, die sich in einem bestimmten Zeitraum in einem bestimmten Sektor aufhalten.
- Navigationspunktlastuntersuchungen ermitteln die Anzahl der Flugzeuge, die einen bestimmten Navigationspunkt in einem bestimmten Zeitraum überfliegen.
- In Konfliktuntersuchungen geht es dagegen um die Anzahl der Flugzeuge, die die vorgegebenen Staffelungsgrenzen unterschreiten und deren Gefährlichkeit in einem Sektor und in einem bestimmten Zeitraum.
- In komplexen Reports lassen sich beispielsweise bodenbasierte Flugdateninformationen mit tatsächlich geflogenen Flugrouten vergleichen.
Darüber hinaus können alle Auswertungen mit geografischen Informationen hinterlegt werden, die im AFS definiert sind. Dazu wird die Software SAS/GIS® (Geographical Information System) verwendet. Die Visualisierung der statischen und dynamischen Inhalte erfolgt über eine spezielle Layertechnik.
Der Nutzen
Das von HMS entwickelte
Analysesystem wird seit 1999 von der Deutschen Flugsicherung permanent genutzt und sukzessive erweitert. Die Anwender der Abteilung Forschung und Entwicklung sind dadurch nun in der Lage, Echtzeitsimulationen schneller auszuwerten sowie flexibel auf sich ändernde Datenstrukturen zu reagieren.
Zudem ergab eine aktuelle Befragung (März 2006), dass auch 7 Jahre nach dem Rollout der Lösung die Anwender sehr zufrieden sind sowie HMS gerne als Berater und Trainer nutzen.